Menschenwürde beginnt bei der Rhetorik

Offener Brief von (Höheren) Ordensoberinnen und Ordensoberen an Ministerpräsident Seehofer für ein menschenfreundliches Engagement für Geflüchtete

Foto: © Bernd Wachtmeister / pixelio.de

Würzburg 11. Nov. 2015       In einem offenen Brief an Ministerpräsident Horst Seehofer appellieren heute 45 (höhere) Ordensoberinnen und Ordensobere für einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Mit Besorgnis nehmen die Ordensleute mit Sitz in Bayern war, wie rechtsnationale Kräfte und Meinungen wieder sprach- und öffentlichkeitsfähig werden. Die Vertreterinnen und Vertreter der Orden gehören Gemeinschaften an, die in pädagogischen, pastoralen, pflegerischen und prekären Arbeitsbereichen tätig sind. Die Ordensleute kennen viele Geflüchtete und wissen um die traumatisierenden Erlebnisse und die Mühsal der Flucht dieser Menschen.

Inhaltliche Forderungen an Horst Seehofer sind:
(genauer Wortlaut im beiliegenden Brief)
* Eine Rhetorik zu vermeiden, die die Geflüchteten in ein zwielichtiges Licht stelle. Es gelte vielmehr sie als Mitmenschen zu sehen, die unsere Solidarität brauchen.
* Keine Transitzonen und Auffanglager einzurichten und die Schicksale der Menschen aus sogenannten sicheren Herkunftsländern genau zu prüfen.
* Die Erklärung, die Westbalkanstaaten seien sichere Herkunftsländer, zurückzunehmen. Denn die dort vorherrschende Korruption, Willkürherrschaft und die Unterdrückung von Minderheiten verursachten Angst und drängten Menschen zur Flucht.
* Den menschenunwürdigen Zuständen in den Flüchtlingsunterkünften Einhalt zu gebieten. Zudem solle sich der Ministerpräsident dafür einsetzen, dass entsprechende Regelungen den Geflüchteten ermöglichen, sich möglichst schnell eine menschenwürdige Zukunft aufzubauen.

Nicht nur, dass in vielen Ländern ein sicheres Leben unmöglich geworden sei. Beschämend sei überdies, dass der Reichtum Europas auf dem Rücken der Menschen in Afrika, Asien und dem vorderen Orient erwirtschaftet wurde.
Der Wert Europas ließe sich daran bemessen, wie mit Menschen umgegangen werde, die in Not sind. „Als Menschen ist es unsere Pflicht, anderen zu helfen. Als Christinnen und Christen treten wir ein für eine Kultur des Teilens,“ heißt es in dem Brief.

Der Brief im Wortlaut sowie die Liste der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner.

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