„Wir Geschwister alle“: Die Diskussion um „Fratelli tutti“

„Fratelli tutti“: So lautet der Name der dritten Enzyklika von Papst Franziskus. Im Vorfeld gab es heftige Diskussionen um die Übersetzung. Heißt es „Wir Brüder alle“ oder doch „Wir Geschwister alle“? Der Schweizer Kapuziner Niklaus Kuster hat sich den Text genauer angesehen und plädiert für sorgsame Übersetzungen.

Papst Franziskus 2016 in Assisi (Quelle: ofmcap.org)

In einem vor wenigen Tagen erschienen Beitrag von Vatican News wird der Kapuziner Niklaus Kuster deutlich: „Unsensible Übersetzungen verkennen, dass Franz von Assisi im zitierten Werk sowohl Frauen wie Männer anspricht.“ Für den Experten steht fest, dass Franz von Assisi sich mit der Endgestalt der Textkomposition an alle Christinnen und Christen wendet. „Übersetzungen in moderne Sprachen müssen dies sorgsam und unmittelbar verständlich zum Ausdruck bringen“, fordert Kuster.

Die vom Papst zitierte sechste Ermahnung des heiligen Franziskus, so schreibt Kuster, verdichtet vom Entstehungskontext her eine Erkenntnis aus einem spirituellen Gespräch im Kreis der Minderbrüder. „Der spirituelle Impuls, der die Eröffnung der neuen Enzyklika inspiriert, wird jedoch von Franziskus gegen Ende seines Lebens wie eine Säule ins „Haus der Weisheit“ eingefügt, deren Säulenkapitelle zu Bildszenen ausgestaltet sind und miteinander korrespondieren. Zum Gang durch dieses spirituelle Gebäude sind nicht nur Brüder geladen, sondern alle Glaubenden und alle Menschen auf Erden.“ Genau in dieser Offenheit richte sich auch Papst Franziskus an alle Menschen auf der Erde.

Für Niklaus Kuster steht somit fest: „Die wörtliche Übersetzung des lateinischen Satzes mit „Wir Brüder alle“ gibt nicht die volle Bedeutung wieder.“ Das „omnes fratres“ oder „fratelli tutti“ der Enzyklika sei als Zitat des heiligen Franziskus so zu übersetzen, dass sich Männer und Frauen insgesamt angesprochen fühlen.

Den kompletten Beitrag auf Vatican News können Sie hier lesen.

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