Heiliger Fidelis von Sigmaringen (1578 - 1622)
Märtyrer in Seewis (Schweiz)

Fidelis wurde als Marcus Rey (oder Roy) 1578 in Sigmaring geboren.  Er studierte ab 1598 in Freiburg Philosophie und Rechtswissenschaft. 1603 promovierte er in Philosophie. Er bereiste von 1604 bis 1610 mit dem Freiherrn Wilhelm von Stotzingen Frankreich, Oberitalien und Spanien. Nach seinen Reisen setzte er sein Studium in den Rechtswissenschaften fort und promovierte zum „Doctor beider Rechte“. Nach seiner Promotion arbeitete er als Advokat und Beisitzer.

Entmutigt durch Misswirtschaft und Korruption trat er 1612 in den Kapuzinerorden ein, dem sein Bruder Georg als Pater Apollinaris bereits angehörte und erhielt den Ordensnamen Fidelis (der Treue). Der Orden zog ihn durch seinen Einsatz in der katholischen Erneuerungsbewegung nach dem Konzil von Trient an. Er bereiste als Missionar im Auftrag der päpstlichen Kongregation zur Ausbreitung des Glaubens die Gebiete der Schweiz. Fidelis versuchte durch Predigt und Glaubensgespräche die Übergetretenen zurückzugewinnen, die Gläubigen zu festigen und die reformatorischen Prediger zu widerlegen.

Durch Papst Paul V. waren die Kapuziner mit dem formellen Auftrag der neuen päpstlichen Kongregation für die Glaubensverbreitung zur Mission im Prättigau betraut worden. Fidelis begann seine Mission im Januar 1622 und suchte allein nacheinander eine Ortschaft nach der anderen auf und predigte in den Kirchen. Er suchte die Menschen von der Richtigkeit der katholischen Lehre durch vernünftige Argumente und die Heilige Schrift zu überzeugen. Er forderte die Anhänger der protestantischen Lehren auf, ihm ihre Argumente vorzutragen, um sich damit auseinanderzusetzen, ohne jemanden zwingen zu wollen. Dadurch gewann er an Beliebtheit und Respekt, auch bei seinen Gegnern.

Auf eine Einladung hin traf Pater Fidelis am 24. April 1622 in Seewis ein. Während er in der dortigen Kirche predigte, drangen Bauern in die Kirche ein, die versteckte Waffen bei sich trugen, und provozierten einen Tumult. Fidelis, verließ gegen den Rat des reformierten Messners allein die Kirche. Ihm wurde von einer Gruppe aufständischer Bauern aufgelauert, er wurde beschimpft und aufgefordert, seinem Glauben abzuschwören. Als er sich dem widersetzte starb er, zwischen 10 und 11 Uhr durch zahlreiche Hiebe und Stiche am ganzen Körper. Sein Leichnam wurde vorläufig neben der Kirchenmauer beerdigt. Aus seinem Grab soll eine wundersame Blume gewachsen sein. Ein halbes Jahr später wurde der Leib übertragen und in Chur beigesetzt.

1729 wurde der als Erstlingsmärtyrer des Kapuzinerordens angesehene Fidelis selig und am 29. Juni 1746 von Papst Benedikt XIV. zusammen mit Kamillus von Lellis heiliggesprochen. Sein Haupt wird heute als Reliquie im Kapuzinerkloster Feldkirch aufbewahrt.