P. Ingbert Naab (1885–1935)
Widerstandskämpfer gegen die nationalsozialistische Ideologie

Ingbert Naab, trat 1906 in Oberbayern dem Orden der Kapuziner bei. Im selben Jahr begann er in Eichstätt das Studium der Theologie und empfing dort 1910 die Priesterweihe. In seinem Heimatbistum Speyer wirkte Naab zunächst zwischen 1914 und 1916 im Kapuzinerkloster St. Ingbert. Danach war er für seinen Orden in zahlreichen Ämtern und Funktionen tätig.

Bereits ab 1923 warnte Naab vor der Rassenlehre und den Prinzipien des Nationalsozialismus, die sich nicht mit Christentum und allgemeiner Ethik vereinbaren ließen. Er war der wichtigste literarische Mitarbeiter Fritz Gerlichs (ermordet 1934 im KZ Dachau), der die Zeitung Der gerade Weg herausgab. Naab und Gerlich sagten in dieser Wochenschrift wiederholt und mit erschreckender Deutlichkeit die künftige politische Entwicklung vorher. Mit seinem offenen Brief an Adolf Hitler vom 20. März 1932 und seiner Denkschrift an die Deutsche Bischofskonferenz vom Juni 1934 erreichte Naab Millionen Bürger. Hitlers Werk Mein Kampf nannte er öffentlich „das Handbuch der Demagogie“.
Naab war seit Juni 1933 unter dem Namen „Peregrinus“ (lat. Pilger) auf der Flucht durch die Schweiz, die Tschechoslowakei und Italien, ehe er bis zu seinem Tod im französischen Elsass für einige Monate theologische Vorlesungen in Königshoffen hielt, das heute ein Stadtteil von Straßburg ist. P. Ingbert Naab starb dort 1935.