Albanien

Kapuziner in Fushë-Arrës/Albanien
Kirche im Aufbau: aus geeigneten Strukturen und lebendigen Menschen

Der deutsche Kapuziner Br. Andreas Waltermann ist Pfarrseelsorger in einem Teil der Bergregion des Bistums Sapa mit 160.000 Katholiken im Nordosten Albaniens. Er ist zuständig für drei Pfarreien mit insgesamt etwa 7.000 Katholiken. Das gesamte Pfarrgebiet hat einen Durchmesser von mehr als 60 Kilometern.

Bedingt durch den Kommunismus stehen die Menschen dem christlichen Glauben skeptisch gegenüber. Der zunehmende Säkularisierungsprozess verschärft die Situation noch. Materielle Interessen stehen häufig im Vordergrund des Handelns.

Den richtigen Weg gefunden

Die kirchlichen Strukturen in Albanien sind mittlerweile in ausreichender Weise aufgebaut und regelmäßige Angebote erzielen nach und nach ihre Wirkung. Dazu gehört neben den Gottesdiensten die Katechese, d. h. der Religionsunterricht, der in den Schulen nicht erlaubt ist. Während der dreimonatigen Sommerferien werden in Fushë-Arrës und in den Dörfern regelmäßig katechetische Sommeraktivitäten sowie ein bis dreimal auch ein Jugendtag angeboten. 80 und 170 Jugendliche erleben vom spirituellen Impuls bis zu einem geistlichen Austausch einen schönen Tag, an dem am Ende Spiel und Tanz stehen.
Zu einem wichtigen Element pastoraler Arbeit in den Bergregion gehören regelmäßige Besuche in den Familien, Haussegnungen (auch von Häusern vieler Muslime), Krankenbesuche mit der Hl. Kommunion usw.

Das Problem der sozialen Armut

Die Region ist von einer großen sozialen Armut, einer hohen Arbeitslosigkeit von 60 bis 70 % und einer großen Perspektivlosigkeit geprägt. Die einzigen großen Arbeitgeber der Region sind die Kupferscheide in Fushë-Arrës und die Kupferminen. Allerdings ist damit eine enorme Umweltverschmutzung verbunden, die durch den Scheideprozess entsteht. Immer mehr Familien verlassen die Bergregion und ziehen in die großen Städte Tirana, Durrës, Lezha oder Shkodër. Oder sie wandern nach Griechenland oder Italien aus. Bedingt durch die wirtschaftliche Lage Griechenlands gibt es mittlerweile eine rückläufige Bewegung, die die soziale Situation vermutlich noch verschlechtern wird.

Eine junge lebendige Kirche

Die Kirche Albaniens ist jung und lebendig und für viele der einzige Hoffnungsträger. Wo der Glaube verkündigt wird, wo gemeinsam die Liturgie der Kirche in den verschiedenen Ausdrucksformen gefeiert wird und wo der Dienst am Nächsten nicht vernachlässigt wird, kann Kirche wirken. Wobei das soziale Tun das größte Gewicht hat. Auch für das kommende Jahr werden soziale Hilfen wie Hausbauprojekte, Ausbildungsbeihilfen, Viehprojekte, existenzielle Hilfen für arme Familien, Kranke und Behinderte weiter nötig sein.

Br. Andreas Waltermann, Kapuziner

Ausführlicher Bericht zur Arbeit der Kapuziner in Albanien

Die Spuren der Vergangenheit bewältigen

Die Spuren der kommunistischen Vergangenheit in Albanien sind auch heute noch sichtbar. Als erstens atheistisches Land, wurde es einst von Staatspräsident Enver Hoxha ausgerufen.
Das Hilfwerk Renovbist beschreibt in einer Projektbeschreibung und einem Bericht anschaulich, welche Auswirkungen das bis heute auf das Leben der Menschen dort und damit auf die Arbeit von Kapuzinerbruder Andreas Waltermann hat.