Die Ordensbrüder der Deutschen Kapuziner-Provinz in Indonesien
Seelsorge, Bildung und kulturelle Forschung


Seit 1955 sind Kapuzinerbrüder in Indonesien tätig. Die Kapuziner wirken in der Diözese Sibolga gemeinsam mit Diözesanpriestern, den Steyler Missionaren (SVD) und den Ordensschwestern der Klarissen (OSC) für 150.000 Katholiken. Der jetzige Bischof Ludovicus Simanullang ist Kapuziner. Insgesamt gibt es in Indonesien fünf Kapuzinerbischöfe, davon drei auf Nias (eines davon für ältere Mitbrüder) und zwei auf Sumatra (Sibolga). Die Ausbildung junger Männer mit Noviziat (in Parapat) und Post-Noviziat (in Gunungsitoli) findet guten Anklang. Aufgrund der hohen Auslagen für die Ausbildung junger Kapuziner wurden auf Sumatra Plantagen mit Ölpalmen angelegt (Kelapa Sawit), um die Kosten zu decken

Seelsorge Gefängnisinsassen und Straßenkinder

Die Brüder betreuen einschließlich der Insel Flores vier Orts- und sechs Distriktpfarreien und Kirchenbauten in Außenstationen. Seelsorgerisch und spirituell sind sie im Klarissenkloster und in den Schwesternklöstern der verschiedenen Kongregationen tätig.
In Sibolga sind die Kapuziner in der Gefängnisseelsorge sowie in der Betreuung von Straßenkindern aktiv. Kontakte zu örtlichen Regierungsinstanzen gehören ebenfalls dazu.

In der Schule und im Radio

Die Kapuziner in Indonesien leiten Mittel-, Oberschulen sowie Studentenwohnheime. Zudem führen sie in Verbindung mit dem Kloster Laverna (Gunungsitoli) das Kursushaus St. Leopold und geben Kurse für die Gemeindeleiter der kath. Außenstationen. Außerdem haben sie die Leitung des Dritten Ordens inne.

Medial sind die Kapuziner in Indonesien mit örtlichen Radiosendungen in Sibolga, Gunungsitoli und Telukdalam aktiv.

Die Nias-Tradition

Die Historie und Tradition des Landes ins Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern ist den Kapuzinern in Indonesien sehr wichtig. In den neunziger Jahren gründeten sie den Stiftungsverein für das Museum Pusaka Nias/Nias Heritage Museum. Die Grundsteinlegung folgte am 10. Nov. 1995. Das zwei Hektar große Gelände ist ein Ethnologisches Nias-Museum. Es betreibt die Erforschung, Dokumentation und Interpretation der mündlichen Tradition der Nias. Zusätzlich gibt es Kurse für Schüler und Lehrer zur Einführung in die Nias-Kultur sowie Seminare für traditionelle Medizin in Zusammenarbeit mit der Uni von Medan und für traditionelle Dorfhebammen in Zusammenarbeit mit der örtlichen Gesundheitsbehörden.
Weitere Informationen zur Kapuzinerprovinz Sibolga

Das Nias-Museum

Das Museum PUSAKA NIAS (Niaserbe) stellt zum einen Artefakte der Nias-Kultur aus, zum anderen gibt es auch Interpretationen der Nias-Sprache und damit Aufklärung über eine sonst vielleicht falsch verstandene Kultur. Es zählt zu den besten Museen in Indonesien und wird Besuchern von der UNESCO empfohlen.

Der beigefügte Text berichtet über die Entstehung des Museums, einschließlich aller Widrigkeiten, wie bspw. der Tsunami Weihnachten 2004. P. Johannes Maria Hämmerle stellt den historischen Zusammenhang dar und erläutert Hintergrund und Zweck des Museums.
Hier der Bericht in Gänze.
Zur Website des Museums.

P. Johannes Maria Hämmerle OFMCap