Deutsche und niederländische Kapuziner rücken zusammen: Mitte November wird die Generalkustodie der niederländischen Kapuziner in eine Delegation der Deutschen Kapuzinerprovinz umgewandelt. Diese Entscheidung hat Roberto Genuin, Generalminister der Kapuziner, in Rom getroffen. Der Grund für die Zuordnung der Niederlande zur deutschen Provinz: Die Voraussetzungen für das Bestehen einer eigenständigen Kustodie in den Niederlanden sind nicht mehr gegeben. Die niederländischen Kapuzinerbrüder sind damit ab dem 12. November 2020 Teil der deutschen Provinz.

In Zeiten der Corona-Pandemie in der Deutschen Kapuzinerprovinz verbunden bleiben: Die Digitalisierung macht es möglich. Mitte Oktober fanden fast 60 Kapuzinerbrüder in ihren Konventen in ganz Deutschland vor ihren Bildschirmen zusammen und diskutierten über die aktuelle Lage der Welt, der Kirche und des Ordens. Auch das gemeinsame Gebet kam nicht zu kurz. Den Anfang der Digitaltagung machten zwei Impulsvorträge von Carolin Kronenburg (Pressesprecherin von Adveniat) und Joachim Frank (Journalist und Vorsitzender der Gesellschaft Katholischer Publizisten).

Papst Franziskus hat den sogenannten „Kardinalsrat“ aufgestockt. Der „Consiglio di Cardinali“ wurde im Jahr 2013 eingerichtet und berät das katholische Kirchenoberhaupt bei der geplanten Kurienreform. Neu in den Rat, der damit aus sieben Mitgliedern besteht, hat Papst Franziskus den Kapuziner und Erzbischof von Kinshasa im Kongo, Kardinal Fridolin Ambongo Besungu, berufen. Aus Deutschland ist und bleibt der Münchner Erzbischof, Kardinal Reinhard Marx, Mitglied des Gremiums. Auch der Kapuziner Sean-Patrick O’Malley aus den USA, wurde im Amt bestätigt.

Fünf Jahre nach seinem Schreiben „Laudato si‘“ hat der Papst am 3. Oktober 2020 in Assisi ein weiteres Grundsatzdokument für die gesamte Menschheit veröffentlicht. Wieder hat er einen franziskanischen Titel gewählt: „Fratelli tutti“. Ein Gespräch über die neue Enzyklika mit dem Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz, Christophorus Goedereis. Er sagt: "Das Dokument zeigt uns nicht nur, wie aktuell die franziskanische Spiritualität ist – es zeigt uns auch, dass die Menschheit sich neu für die Grundwerte entscheiden muss, die dem Heiligen Franziskus heilig waren."

Jubiläum in Corona-Zeiten: Gemeinsam mit Weihbischof Peter Birkhofer und anderen Gästen aus Politik und Gesellschaft haben die Kapuziner im Kloster Zell am Harmersbach das Jubiläum zum 100-jährigen Bestehen des Klosters gefeiert. In einem feierlichen Gottesdienst wurde das besondere Wirken der Ordensmänner in der Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ und im Ort Zell am Harmersbach gewürdigt. In seiner Predigt lobte Birkhofer die Kapuziner in Zell für den „Ort der Begegnung“, den sie auch in ihrer Arbeit für die Wallfahrtskirche immer wieder prägen.

„Fratelli tutti“: So lautet der Name der dritten Enzyklika von Papst Franziskus. Im Vorfeld gab es heftige Diskussionen um die Übersetzung. Heißt es „Wir Brüder alle“ oder doch „Wir Geschwister alle“? Der Schweizer Kapuziner Niklaus Kuster hat sich den Text genauer angesehen und plädiert für sorgsame Übersetzungen. Für ihn steht fest: Das „omnes fratres“ oder „fratelli tutti“ der Enzyklika ist als Zitat des heiligen Franziskus so zu übersetzen, dass sich Männer und Frauen insgesamt angesprochen fühlen.

Mitte September sind im Kloster Camerino in Italien sechs Novizen aus Deutschland, Italien und Frankreich eingekleidet worden. Aus der Deutschen Kapuzinerprovinz dabei: Br. Alexander Schröter, Br. Moritz Huber und Br. Julian Pfeiffer. Einen Tag später band sich am gleichen Ort Br. Michael Masseo Maldacker für drei Jahre an den Orden. Mit der zeitlichen Profess versprechen die Kapuziner nach dem Ende der Noviziatszeit, in Armut, Gehorsam und eheloser Keuschheit zu leben. Der Provinzial der deutschen Kapuziner, Br. Christophorus Goedereis, nahm die Profess entgegen.

Die „Generalkurie der Minderen Brüder Kapuziner“ hat die Statistik für das Jahr 2019 veröffentlicht. Demnach gibt es Stand 31. Dezember 2019 10.133 Kapuziner weltweit. Damit blieb die Zahl der Kapuziner stabil: Im Jahr 2018 vermeldete die Generalkurie 10.143 Ordensmänner, die ihre Profess abgelegt hatten. Beim Nachwuchs gab es im vergangenen Jahr ein deutliches Plus: So befanden sich 382 junge Männer im Noviziat, der Ausbildung und Vorbereitung auf die zeitlichen Ordensgelübde. Zum Vergleich: 2018 waren es 337.

Die franziskanischen Gemeinschaften haben sich in einer gemeinsamen Erklärung betroffen über die Verhältnisse im Flüchtlingslager Moria gezeigt. "Als franziskanische Schwestern und Brüder sind wir besorgt über die katastrophalen Verhältnisse geflüchteter Menschen, die durch die Brände im Flüchtlingslager Moria drastisch verschärft worden sind", schreibt die Interfranziskanische Arbeitsgemeinschaft INFAG.

Der Bischof des Bistums Münster, Felix Genn, hat den Kapuziner Jens Kusenberg am 6. September 2020 zum Priester geweiht. Der Gottesdienst zur Weihe fand im St.-Paulus-Dom Münster statt. „Die Messe hat mich sehr bewegt, auch wenn ich bis zur Kommunion doch angespannt war“, freut sich Kusenberg. Das Leitmotiv des Kapuziners Br. Jens lautet: Arm dem armen Christus folgen. „Ich weiß, wie schwach und alleingelassen ich ohne die anderen bin. Ich bin nichts ohne meine Gemeinschaft und nichts ohne den Gott, der für mich Mensch geworden ist“, sagt er.

Tobias Rauser ist seit dem 1. September neuer Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Kapuzinerprovinz in München. Mit der neu geschaffenen Stelle soll die Medienarbeit des Ordens gestärkt und gebündelt werden. „Wir werden in Zukunft unsere Themen und Anliegen mit noch mehr Energie und Schwung in der Öffentlichkeit präsentieren“, sagt Br. Christophorus Goedereis, gewählter Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz mit Sitz in München.