„Aus einer Tragödie entspringen Hoffnung und neues Leben“.
Der katholische Bischof Antonius Sinaga, Kapuziner, Erzbischof von Medan (Indonesien), schreibt:
In Aceh / Indonesien hinterließ das Beben 2004 eine blutige Spur: 160.000 Tote, mehr als 500.000 Flüchtlinge, ganze Städte und Dörfer verwüstet und zerstört. Heute, fünf Jahre nach der Katastrophe, ist die Hauptstadt Banda Aceh ein Symbol des Triumphs über den Tsunami.
Hier leben die Menschen nach dem Tsunami auf einer hohen Stufe der Lebensqualität, hier gibt es ein gutes Zusammenwirken der Religionen. Denn in Aceh ist so etwas wie „Auferstehung“ geschehen, die Einwohner der Provinz Aceh haben sich in menschlicher und sozialer Hinsicht geöffnet. Banda Aceh ist eine internationale Stadt geworden. Aus den Trümmern des Tsunami ist eine Gesellschaft entstanden, die sich ganz anders präsentiert als vorher. Die Menschen sind dankbar für die Hilfen, die aus dem Ausland gekommen sind, vor allem aus den so genannt „christlichen Ländern“ wie Europa und die Vereinigten Staaten. Diese allein haben mehr als 150.000 Häuser neu errichtet.
Überall spürt man die qualitativen Verbesserungen; die Stadt lebt auf allen Ebenen im Frieden. Es gibt keine sozialen und religiösen Spannungen, das politische Klima ist gut. Die Stadt und Provinz von Aceh ist sozial und wirtschaftlich weiter fortgeschritten als der ganze Rest der Insel Sumatra. Auch die Christen können frei und ungestört ihren Glauben leben. Die katholische Kirche hat beste Beziehungen mit der Regierung und den Behörden aufgebaut. Es herrscht ein Klima des Dialogs und der Gesprächsbereitschaft. Die wirtschaftlichen Bedingungen der ganzen Bevölkerung und auch die der Christen (4.000 Christen auf 3,5 Millionen Einwohner) haben sich in diesen sechs Jahren deutlich verbessert; die Leute schauen mit Optimismus in die Zukunft.
Es trifft zu, dass die Kirche bisher noch keine Erlaubnis erhalten hat, soziale Hilfswerke, Schulen und Spitäler, aufzubauen; aber die Aussichten stehen gut. Der Gouverneur ist grundsätzlich dafür, dass wir Christen in Aceh eine Klinik eröffnen, aber er hält eine diesbezügliche Initiative von unserer Seite noch für verfrüht; nach seiner Beurteilung fehlt es immer noch an der Bereitschaft der großen islamischen Mehrheit; wir Christen arbeiten daran, ein Klima zu schaffen, in dem auch das möglich wird. .