Bruder Philemon im Alter von 98 Jahren verstorben

Am 7. Oktober 2018 ist Kapuzinerbruder Philemon Bogner im Pflegeheim St. Klara in Altötting gestorben. Seine Beerdigung findet am 12. Oktober, um 10 Uhr in der Klosterkirche St. Magdalena statt. Im Totenbrief erinnert Bruder Norbert Schlenker an die Lebensstationen seines Mitbruders.

Bruder Philemon kümmerte sich mehr als 40 Jahre um die Klostergärten der Kapuziner.

Am späten Sonntagvormittag, am Rosenkranzfest 2018, verstarb im Altöttinger St. Klaraheim im hohen Alter von 98 Jahren unser lieber Mitbruder Philemon Bogner. Auf den Tag genau war er dort vier Jahre in Pflege – er war beim Pflegepersonal sehr beliebt. Anspruchslos, bescheiden und zufrieden verbrachte er hier nach einem arbeitsreichen Klosterleben seinen Lebensabend. Nach Möglichkeit feierte er die Gottesdienste in der Hauskapelle mit, schaute gerne Fernsehen und freute sich über den Besuch von Mitbrüdern, Angehörigen und Bekannten.

Der Entschluss fürs Kloster fiel an der Kriegsfront

Geboren wurde Adolf Bogner am 13. Mai 1920 als Sohn der Eheleute Johann Bogner und Magdalena (geb. Wisneth) in Rödlas in der Oberpfalz. Mit seinen sechs Schwestern und fünf Brüdern wuchs er in der elterlichen Landwirtschaft auf. Vorgesehen war, dass er den elterlichen Hof übernehmen sollte. Dann aber musste er zunächst als Soldat in den Zweiten Weltkrieg. Kurz vor Kriegsende gelang ihm die Flucht und er schlug sich auf abenteuerlichen Wegen in die Heimat durch. In den Kriegsjahren war in ihm der Entschluss gereift, ins Kloster zu gehen. Zunächst aber musste er warten, bis sein Bruder aus der Gefangenschaft nach Hause zurückkehrte und dieser dann den Hof übernehmen konnte.

Vier Jahre nach Kriegsende konnte Adolf sich dann seinen Wunsch erfüllen. Am 19. Juli 1949 kam er ins Kapuzinerkloster Laufen, wo er am 7. August 1949 als Tertiar ins Postulat aufgenommen und eingekleidet wurde. Gleichzeitig erhielt er den Namen Bruder Philemon. Am 24. März 1950 erfolgte die Aufnahme ins Noviziat, die einfache Profess durfte er ein Jahr später am 25. März 1951 ablegen. Nach weiteren drei Jahren band er sich durch die Feierliche Profess, die er am 25. März 1954 in Regensburg ablegte, für immer an die Brüdergemeinschaft der Kapuziner.

Pflege von Klostergärten

Die Arbeit in Garten und Landwirtschaft, mit der er von Kindheit an vertraut war, durfte er dann auch nahezu sein ganzes Leben im Kloster weiterführen. Es wurden ihm verschiedene Klostergärten anvertraut. Zunächst war er in Laufen, Eichstätt und Burghausen als Gärtnergehilfe eingesetzt. Danach war er fast vierzig Jahre lang Gärtner im Noviziatskloster Laufen, wo er auch als Sakristan Dienst tat und von wo aus er als Kollektor für das Kloster Naturalien und andere Spenden sammelte. Durch diese fast vier Jahrzehnte ausgeübte Tätigkeit wurde er im weiten Umkreis bekannt, geschätzt und beliebt. Der Besuch des Kapuziners in den Familien und auf den Höfen hatte ja durchaus auch einen pastoralen Aspekt. In Laufen war er auch Mitglied des Vereins für Obst- und Gartenbau und Landschaftspflege, der ihm sein Engagement mit der Ehrenmitgliedschaft und der Goldenen Ehrennadel dankte. Ebenso wurde er mit der Bürgermedaille der Stadt Laufen ausgezeichnet.

Nach Auflösung des Laufener Kapuzinerklosters kam Br. Philemon 1993 in die Wallfahrtsstadt Altötting ins Kloster St. Magdalena, wo er wiederum den Garten übernahm. Außerdem half er in der Sakristei und Küche vor allem beim Geschirrspülen mit. Mit fortschreitendem Alter musste er seine Aufgaben kräftebedingt reduzieren, immer nahm er aber am gemeinschaftlichen Leben der Brüder teil. Und er durfte hier dann auch verschiedene Jubiläen feiern. So konnte er zu seinem 65-jährigen Ordensjubiläum und zu seinem 95. Geburtstag 2015 nochmals nach St. Magdalena kommen. Im Oktober 2014 war er nach einem Sturz, der seine Bewegungsmöglichkeiten stark einschränkte, ins Pflegeheim St. Klara in Altötting aufgenommen worden.

Das irdische Leben von Br. Philemon in der Nachfolge des Hl. Franziskus vollendete sich im 200. Geburtsjahr des Hl. Bruder Konrad von Parzham, das in Altötting in diesem Jahr festlich begangen wird. So manches aus dem Leben von Br. Philemon erinnert uns an das Leben des Hl. Bruder Konrad: die bäuerliche Heimat, die Arbeit in der Landwirtschaft, der Klostereintritt mit Verzicht auf den elterlichen Hof und die Volksverbundenheit bei seinen Sammelgängen. Möge Bruder Konrad ihm nun die Pforte des Himmels öffnen und möge der Herr selbst, dem er in seinem Leben gedient hat, all das Gute, das er getan hat, reichlich lohnen. Wir Brüder Kapuziner nehmen in großer Dankbarkeit von einem Mitbruder mit einem langen und erfüllten Leben Abschied und empfehlen ihn in die Hände Gottes.  

Im Totengebet gedenken wir unseres verstorbenen Mitbruders am Donnerstag, den 11. Oktober 2018, um 18.00 Uhr in St. Magdalena. Die heilige Eucharistie für Br. Philemon feiern wir am Freitag, den 12. Oktober 2018, um 10.00 Uhr in der Klosterkirche St. Magdalena in Altötting. Anschließend begleiten wir ihn zu seiner letzten Ruhestätte auf den Kapuzinerfriedhof neben der Basilika St. Anna.

Text: Br. Norbert Schlenker, Guardian von St. Magdalena und St. Konrad, Altötting
Foto: © Kapuziner