Coronavirus: Spärliche Informationen in Chile

In seinen mehr als 45 Jahren als Chile-Missionar hat Pater Juan Bauer bereits viele politische und soziale Herausforderungen erlebt und bewältigt. Angesichts des sich ausbreitenden Coronavirus im südlichsten Land Amerikas bewahrt er Ruhe – die Informationen sind spärlich.

„In Chile weiß man bisher von 61 bestätigten Krankheitsfällen“, schreibt Pater Juan in einer E-Mail am Sonntag. „Über Verstorbene gibt es noch keine Hinweise.“ Der Kapuzinermissionar, der in der 14.000-Einwohner-Stadt Pucón in der Region Araukanien lebt, berichtet von einer Französin, die im 40 Kilometer entfernten Curarrehue seit einigen Tagen in Quarantäne im Gesundheitszentrum der Gemeinde ist. „Da das Zentrum dadurch ziemlich ausgelastet scheint, kommen Kranke nach Pucón.“ Der Kapuziner erzählt außerdem von zwei Kreuzfahrtschiffen im Süden Chiles, deren Passagiere allesamt nicht von Bord dürfen. Aber auch hier fehlen ihm nähere Informationen. Unklar ist auch, inwieweit die medizinischen Zentren des Landes mit genügend Medikamenten und Materialien wie Mundschutz ausgestattet sind. „Anscheinend gibt es Engpässe“, schreibt Pater Juan.

Kapuzinerkirche Hl. Kreuz in Pucon (Foto: Kapuziner)Kapuzinerpater Celestino Aos, der momentan das Erzbistum Santiago de Chile leitet, hat an die Gläubigen appelliert, den Anordnungen des Gesundheitsministeriums zu folgen. Der Bischof hat außerdem Gläubige mit gesundheitlichem Risiko und deren Mitbewohner von der Sonntagspflicht entbunden. Sie sollten sich mit Radio, TV und anderen Mitteln behelfen, die Gottesdienste übertragen. Verzichtet werde momentan auf den Friedensgruß, die Handkommunion sei vorgeschrieben. Der Kapuzinerbischof betont, dass alle Kirchen zum Gebet geöffnet seien und die Priester zu Gesprächen und zur Beichte zur Verfügung stünden.

Mehr über die Mission der Kapuziner in Chile erfahren Sie hier sowie in diesem Text anlässlich des Goldenen Priesterjubiläums von Pater Juan Bauer.

Text: Beate Spindler
Fotos: Kapuziner