Die drei österlichen Tage und die Osterzeit

Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern gelten als die wichtigsten Feiertage im Kirchenjahr. Die Liturgie an den drei österlichen Tagen ist besonders. Kapuzinerbruder Hadrian Heß regt zum bewussten Mitfeiern und Miterleben des Triduum Sacrum ein und stellt den Bezug der drei österlichen Tage zum Leben dar.

Indonesien ist der Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. 191 Millionen Menschen bekennen sich dort zum Islam. Fast 40 Jahre verbrachte P. Hadrian Heß dort als Missionar. Neben den vielen priesterlichen Tätigkeiten hatte er einen Spezialauftrag: Er sollte die vom II. Vatikanischen Konzil in Auftrag gegebene Erneuerung der Liturgie in der Diözese Sibolga vermitteln. Umgeben vom Islam lag für P. Hadrian ein besonderer Reiz darin, die "Liturgie" des Islams auf ihre Nähe, aber auch auf ihre Andersartigkeit zu unserem katholischen Glauben und unseren gottesdienstlichen Feiern zu durchleuchten.

Parallelen zwischen Islam und Christentum

Die sogenannten fünf Säulen des Islams weisen Parallelen zum katholischen Glauben auf. In beiden Religionen ist das Glaubensbekenntnis Teil der Aufnahme in die Religionsgemeinschaft und Teil des Gottesdienstes. Die fünf Gebetszeiten im Islam entsprechen dem katholischen Stundengebet. Der Pflicht der Muslime zum Almosengeben entspricht unser Fastenopfer, so wie der 29- oder 30-tägige Ramadan der 40-tägigen Fastenzeit der Christen entspricht. Die Wallfahrt nach Mekka erinnert an das Wallfahrts- und Pilgerwesen in der katholischen Kirche.

Idul-Fitri-Fest: wie ein Echo des christlichen Triduums Sacrum

Das mittlerweile auch bei uns bekannte dreitägige Idul-Fitri-Fest am Ende des Fastenmonats Ramadan ist wie ein Echo des christlichen Triduums Sacrum, der drei österlichen Tage. Fitri bedeutet Neugeburt kraft der Vergebung aller Sünden, und um Neugeburt und Vergebung der Sünden kraft der Taufe geht es auch in der Feier der Osternacht. Während der Koran das Kreuzesopfer Christi ablehnt, feiert das höchste Fest im Islam das Opfer Abrahams. Das Idul-Adha oder Idul-Kurbanfest wird mit rituellen Schlachtungen begangen. Wir hören in der zweiten Lesung der Osternacht auch vom Opfer Abrahams, deuten es aber auf den Opfertod Christi und auf seine Auferweckung am dritten Tag.

Vortrag: die Schönheit der Kar- und Ostertage

P. Hadrian schaut ein wenig melancholisch auf den Enthusiasmus der Islamgemeinde, die ihre Fastenzeit und das dreitägige Abschlussfest so einhellig begeht. Gerne möchte er diese Begeisterung auf unsere Feste überspringen lassen. Den Vortrag, mit dem er Gemeinden in die Bedeutung und Schönheit der Kar- und Ostertage einführte, stellt er hier für eine vertiefte Feier der Kar- und Ostertage zur Verfügung. Rings um den "Protagonisten" Jesus Christus stellt er den Bezug der drei österlichen Tage zu unserem Leben dar. (Vortrag von Bruder Hadrian Heß als PDF zum Herunterladen)

Fotos: © Kapuziner