Franziskusfest in Altötting: Warum die Glocken um 14 Uhr läuten

Der 3. und 4. Oktober ist bei den Kapuzinern traditionell dem Gedenken an ihren Ordensgründer, den heiligen Franziskus von Assisi, gewidmet. In Altötting feiern die Kapuziner in diesem Rahmen auch noch zwei Ordensjubiläen. Und es läuten alle Kirchenglocken zu einer sonst unüblichen Zeit.

Franz von Assisi (© Pixabay)

Jede Ordensgemeinschaft feiert das Fest ihres Ordensgründers. Die Kapuziner begehen das Fest des heiligen Franziskus am Freitag, 4. Oktober. In Altötting findet dazu um 10 Uhr in der St.-Konrad-Kirche eine festliche Eucharistiefeier statt. Im Rahmen der Messe feiern die Brüder auch das 60-jährige Ordensjubiläum von Bruder Raphael Oberle sowie das 40-jährige Ordensjubiläum von Bruder Lukas Mack.

Um 14 Uhr – zur Zeit des Freitagsgebets der Muslime – läuten in allen Altöttinger Kirchen die Glocken. Das Kirchengeläut erinnert an die Begegnung des heiligen Franziskus mit dem Sultan vor 800 Jahren, bei dem Franziskus den Ruf des Muezzins erlebte. Dadurch inspiriert regte Franziskus an, zum Gebet die Glocken läuten zu lassen. Hieraus hat sich u.a. das Läuten zum „Engel des Herrn“ entwickelt.

Das Geläut am Freitag, 4. Oktober, um 14 Uhr, ist ein Friedenszeichen im Sinne des interreligiösen Dialogs im Geiste des heiligen Franziskus. Es basiert auf einer weltweit stattfindenden Initiative der franziskanischen Familie.

Bereits am Vorabend des Franziskus-Festes, am Donnerstag, den 3. Oktober, gedenken die Kapuziner der Sterbestunde ihres Ordensgründers – auch Transitus genannt. Die Feier des Heimgangs des heiligen Franziskus findet um 19 Uhr in der St.-Konrad-Kirche unter Mitwirkung der Altöttinger Kapellsingknaben und der Mädchenkantorei statt.

Text: Beate Spindler
Foto: Pixabay