Glaube modern - Wallfahrt ganz jung

30 Jahre Initiativkreis Junge Wallfahrt Altötting. Jugendgottesdienst am 19. Juli  zählte 300 Teilnehmer.

Am 19. Juli  hat der Initiativkreis Junge Wallfahrt Altötting (IK) sein 30-jähriges Jubiläum gefeiert. An dem Jugendgottesdienst unter dem Motto „Ruht ein wenig aus“ im Garten des St. Magdalenaklosters nahmen rund 300 Besucher teil. In einer Laudatio würdigte Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner das „jugendgerechte und innovative Konzept“ des IK, „das inzwischen über die Grenzen des Landkreises Altötting hinaus bekannt ist“.

„Zu mir kommen? „Ja was mecht i (will ich) denn bei mir...???“ – In einem humorvollen Anspiel zur Predigt nahmen Christine Hofmeister sowie Bettina May und Günther Wewerka – allesamt Mitglieder und Organisatoren im IK – den mittlerweile typischen Alltagsstress aufs Korn und provozierten viele Lacher. Vor lauter Handy-Nachrichten und Termine kommt der Protagonist in dem selbst erarbeiteten Rollenspiel nicht mehr zur Ruhe – geschweige denn zu sich selbst. Dann am Ende aber kommt der Befehl: „Jetzt setz dich hin und lass uns den Gottesdienst feiern!“ Und weiter geht’s mit der Predigt von Kapuzinerpater Br. Georg Greimel und einem insgesamt sehr kreativ gestalteten Gottesdienst – musikalisch gestaltet von der Musikgruppe „Jericho“ aus Pleiskirchen mit christlichen Popsongs.

Es sind diese Rollenspiele und die schwungvolle Musik, die die Jugendgottesdienste bei Kindern, Jugendlichen, jungen Familien und jung gebliebenen Erwachsenen weit über die Landkreisgrenzen hinaus so beliebt machen. Sie finden in der Regel jeden Sonntag im Sommer im Kongregationssaal in Altötting statt. Zusätzlich organisiert der IK jedes Jahr einen Glaubensweg nach Parzham, Basare für karitative Einrichtungen, Besinnungstage – und die Dankwallfahrt für Motorradfahrer am Kapellplatz, bei der mittlerweile regelmäßig weit über tausend Teilnehmer gezählt wurden.

Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner kam in ihrer Laudatio zu dem Schluss: „Mit Ihrem modernen Ansatz, mit Ihren Angeboten auch 'außerhalb der Norm', bereiten Sie den Weg für eine offene, frische Kirche.“ Und: „Ihre Aktivitäten sind aus unserem Wallfahrtsgeschehen nicht mehr wegzudenken. Das verdanken Sie einer rührigen Mitgliedschaft mit engagierten Mitarbeitern. Das verdanken Sie auch den Kapuzinern, die Sie seit Anbeginn unterstützen.“
Nicht nur Dank und Lob, sondern auch ernste Themen sprach Heckner in ihrer Laudatio an: „Die christlichen Kirchen stehen nicht mehr wie früher wie selbstverständlich im Mittelpunkt im Leben der Menschen“, stellte sie fest. Eine Entwicklung, die Heckner mit Sorge mitverfolgt, aber nicht ohne Hoffnung: „Wenn die Kirche es schafft, ihre Rolle neu zu definieren, und auf die Menschen zuzugehen, dann wird sie auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen“, zeigte sie sich überzeugt.

Außerdem nahmen am Gottesdienst teil: Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer, stellvertretender Landrat Stefan Jetz und Hubertus Sterflinger, Jugendseelsorger im kirchlichen Jugendbüro im Landkreis Altötting. Nach dem Gottesdienst waren alle Besucher noch zu einer kleinen Agape eingeladen.

Quelle: Alt- Neuöttinger Anzeiger vom 20.7.2015 S 21
Überarbeitung und Redaktion: Beate Schneiderwind