Loslassen und den Zauber des Neuen erwarten

Abschied der Kapuziner von Bad Mergentheim.

Fast 400 Jahre haben die Kapuziner in Bad Mergentheim gewirkt. Nun verlassen sie Ende September das Kloster.

Vier Brüder nehmen Anfang Herbst dieses Jahres Abschied von Bad Mergentheim. Es gilt das Kloster aufzugeben. Die vier Kapuzinerbrüder Alban, Arno, Franz und Nikolaus und die langjährige Köchin, die zudem den geliebten Garten pflegte, müssen ihre Heim- und Wirkstätte verlassen. Wie das Haus zukünftig genutzt wird, steht noch nicht fest. Es ist bislang ein geistliches Zentrum im Gespräch, das von den Sießener Franziskanerinnen gestaltet werden könnte.

Fast wie eine Beerdigung – Dankgottesdienst zum Abschied aus dem Kloster

Am Sonntag, 19. Juli, reichten die Plätze nicht aus für all die Menschen, die zur Dankmesse gekommen waren und anschließend zu einem Stehempfang in den Kreuzgang und Innenhof des Klosters eingeladen waren. Weihbischof Thomas M. Renz stand dem Gottesdienst vor. Unter den Konzelebranten waren der Provinzial der Deutschen Kapuzinerprovinz Br. Marinus Parzinger und Pfr. Ulrich Skobowsky. Zahlreiche Ministranten und wohltuende Klänge einer Trompete ergänzten die feierliche Stimmung.

Ausgehend von den biblischen Lesungen des Sonntags führte der Prediger auf drei Stichworte aus: Gott ist Gerechtigkeit, Gott ist Friede, Gott ist Ruhe. Erfahren könnten wir das in der Begegnung mit anderen Menschen und mit Gott. Diese Erfahrung sei in dieser Kirche möglich gewesen. Er ging auf das Wirken der Kapuziner an diesem Ort ein, sei es durch die Beichte, die Volksmission oder durch Predigten.

Eingeladen waren alle, die sich dem Kloster und den Kapuzinern verbunden fühlen. Unter den Gästen waren Oberbürgermeister Udo Glatthaar und die Kurdirektorin Frau Katrin Löbbecke. Beide dankten in Ihrem Grußwort den Kapuzinern und machten Mut, auf den Neuanfang, dem nach Hermann Hesse ja ein Zauber innewohne.
Fast wie bei einer Beerdigung wurde gewürdigt, was die Kapuziner für Bad Mergentheim bedeutet haben. Es ist ein Weg, den wir gehen, der Begegnungen, Kennenlernen und Loslassen umfasst.

Pfr. Skobowsky beendete sein Grußwort mit einem Segen. Er wisse, dass die Brüder viel einpacken und abtransportieren müssen. Er wolle die Last nicht vermehren, darum kein materielles Geschenk. Inmitten des Innenhofes legte er P. Alban die Hand auf und sprach ihm stellvertretend für die anderen Brüder die Nähe Gottes im Segen zu.
Redaktion: Beate Schneiderwind/P. Marinus Parzinger (verantwortlich)