Neue Wege für Obdachlose in Frankfurt: Franziskustreff spricht Bevölkerung mit Stadtmagazin an

Mit dem neuen Stadtmagazin „Unterwegs“ will der Franziskustreff in Frankfurt Berührungsängste gegenüber Obdachlosen abbauen. Das Magazin ist eine von zahlreichen Aktionen anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Treffpunktes für wohnungs- und obdachlose Menschen im Kapuzinerkloster Liebfrauen.

Bruder Paulus (links) und Bruder Michael stellen das neue Stadtmagazin des Franziskustreffs vor.

„Wenn Gott uns die Armen schickt, dann sorgt er auch für sie.“ Mit diesen Worten gründete der 2010 verstorbene Bruder Wendelin vor 25 Jahren den Franziskustreff. Bruder Paulus Terwitte, Leiter der Franziskustreff-Stiftung, stellte am 28. August in einer Pressekonferenz die Aktionen im Jubiläumsjahr vor:

„Unterwegs“ – Magazin thematisiert Obdachlosigkeit

Mit dem neuen Magazin „Unterwegs“ möchte der Treff die öffentliche Wahrnehmung auf Obdachlosigkeit ändern: „Für die Mitarbeiter und 45 Ehrenamtlichen des Franziskustreffs ist der Umgang mit Obdachlosen Alltag. Für die meisten Frankfurter jedoch nicht. Die Frankfurter Gesellschaft ist herzlicher und wärmer als viele denken“, erklärt Bruder Paulus, „aber viele wissen vielleicht nicht, ob sie Obdachlosen z.B. Geld geben sollen und wie man sich sonst richtig verhält. Genau deshalb haben wir ein neues Magazin herausgebracht. Wir wollen einen anderen Blick auf Obdach- und Wohnungslosigkeit werfen und Berührungsängste abbauen.“

Zusammen an einem Tisch – Frühstück am 8. September

Gemeinsam frühstücken ist eine weitere Maßnahme, um Hemmnisse abzubauen. Zeitnah zum Tag der Wohnungslosen veranstalten die Kapuziner-Brüder den „Gläsernen Franziskustreff“ am Samstag, 8. September, auf dem Liebfrauenberg. „Wir starten mit unserem Freiluft-Frühstück um 7.45 Uhr, und jeder Frankfurter ist eingeladen, sich dazuzusetzen und mit unseren Gästen ins Gespräch zu kommen. Wie unsere Gäste auch zahlt jeder Passant mit 50 Cent seinen Beitrag zum Frühstück“, so Bruder Paulus weiter.

Wegbereiter – Rückkehr in ein normales Leben

Unter dem Motto „Ein Schritt nach vorn auf dem Weg zurück“ möchte der Stiftungsleiter und Guardian des Liebfrauenklosters im Jubiläumsjahr aber noch mehr erreichen. Sein Ziel ist es, seine Gäste wieder ein Stück zurück in ein normales Leben führen. Dazu ruft Bruder Paulus die „Wegbereiter“ ins Leben. Unter diesem Namen möchte er Unterstützer und Multiplikatoren versammeln, die helfen, Wohnungen für Obdachlose zu finden und niedrigschwellige Arbeitsangebote zu entwickeln. Dazu wird am 25. Oktober der erste Wegbereiter-Abend stattfinden. Eingeladen werden einflussreiche Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Bildung. Jeder, der sich engagieren möchte, kann sich gern bei Bruder Paulus melden.

Darüber hinaus gibt seit dem Frühjahr der neuen Blog „Obdachloser Stadtschreiber“ den Gästen im Franziskustreff eine Stimme. Hier schreiben sie sich ihre Erfahrungen und Empfindungen von der Seele.

Redaktion: Beate Spindler
Foto: © mandelkern