Trotz Corona-Krise: Kapuziner halten Tür für obdachlose Menschen offen

In Frankfurt am Main lädt der Franziskustreff unter besonderen Schutzvorkehrungen Menschen, die auf der Straße leben, zum Frühstück ein.

Bruder Michael Wies, Leiter des Frühstücksangebotes für obdachlose Menschen weiß: "Unsere Gäste sind jetzt am meisten gestresst. Sie drohen in der allgemeinen Aufregung leicht vergessen zu werden. Sie können weder vorausplanen noch Lebensmittel horten." Zugleich könnten sie sich nicht angemessen schützen und seien aufgrund eines oft angegriffenen Immunsystems gesundheitlich sehr anfällig, betont der Kapuzinerbruder.


Deshalb hat er gemeinsam mit Bruder Paulus, dem Vorstand der Franziskustreff-Stiftung, einige Maßnahmen beschlossen: Zum einen die Reduzierung der Plätze im Franziskustreff, sodass die Gäste niemandem beim Frühstück gegenübersitzen müssen. Die empfohlene Distanzregel wird auf diese Weise eingehalten. Zum anderen eine kürzere Verweildauer, damit möglichst viele bedürftige Menschen ihr Frühstück trotz reduziertem Platzangebot erhalten. Außerdem stehe die Handhygiene im Fokus.


Zudem bleibe die Liebfrauenkirche gegenüber vom Frühstücksraum von 6.30 Uhr bis 21.30 Uhr geöffnet und könne von den obdachlosen Gästen des Franziskustreffs als Ruheort genutzt werden.


Bruder Michael dankte den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die dieses Frühstücksangebot weiter aufrechterhalten. Gleichzeitig ermunterte er alle Ehrenamtlichen, gern auch offen zu sagen, wenn sie in den kommenden Wochen pausieren möchten.


Bruder Paulus erinnerte an das Gottvertrauen von Bruder Wendelin, dem Gründer des Franziskustreffs. Mit Blick auf die Armen pflegte der Kapuziner immer wieder zu sagen: „Gott sorgt für sie.“

Text / Fotos: Kapuziner
Redaktion: Beate Spindler

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(Veröffentlicht am 17. März 2020)