WDR im Kloster: Warum entscheidet sich ein junger Mann für ein Leben im Orden?

Mit dieser Frage hat der WDR ein Fernsehteam ins Kapuzinerkloster Münster geschickt. Dort hat Postulant Moritz Huber die Journalisten einen Tag lang an seinem Alltag teilhaben lassen.

Moritz Huber ist 24 Jahre alt und lebt seit ein paar Monaten im Kloster in Münster. Der junge Mann, der noch ganz am Anfang seiner Ordensausbildung steht, kommt aus Bayern und hat Brauer gelernt. Mit der Kirche hatte er vor seiner Zeit im Kloster nicht viel zu tun. Als Moritz Huber zu Fuß von Innsbruck nach Rom unterwegs war, kam er mit dem Heiligen Franziskus in Berührung und war von ihm sehr fasziniert. Nach und nach zeichnete sich für ihn der Weg ab, der ihn zu den Kapuzinern nach Münster führte.

Einen Weg, den er ganz bewusst geht angesichts der Missbrauchsfälle in der Kirche. Dass die Vorfälle so lange Zeit unentdeckt blieben, ist für den 24-Jährigen unbegreiflich. Moritz Huber will an einem positiven Bild der Kirche arbeiten. Er will zeigen, dass die Kirche und das Kloster auch etwas Gutes bedeuten. Etwas Gutes, das er jeden Tag aufs Neue erlebt, wie er dem WDR-Fernsehteam erklärt: „Wenn ich mit Gott zusammen in einer Beziehung lebe und daran glaube, dass ich nicht aus Zufall auf dieser Welt bin, sondern weil ich einen Sinn habe, weil Gott will, dass ich – so wie ich bin – da bin, dann hilft mir das, sehr zufrieden zu sein. Und diese Zufriedenheit, die ich da verspüre, die will ich weitergeben.“ Ob der Kapuzinerorden dafür der richtige Platz ist, wird Moritz Huber in den kommenden Monaten prüfen.

Weitere interessante Einblicke ins Leben der Kapuziner gibt es auf dem YouTube-Kanal der Kapuziner sowie unter kapuziner-entdecken.de.

Text: Beate Spindler
Foto: Screenshot / WDR Lokalzeit Münsterland