Prävention von Gewalt und Missbrauch

Opfer sexuellen Missbrauchs bedürfen besonderer Achtsamkeit. Sie müssen geschützt und es müssen ihnen und ihren Angehörigen Unterstützung und Begleitung angeboten werden. Sexueller Missbrauch ist eine verabscheuungswürdige Tat. Nicht selten erschüttert sie bei den Opfern neben den psychischen Schädigungen auch das Grundvertrauen in Gott und die Menschen. Mögliche Täter fügen vor allem den Opfern, aber auch Kirche und Orden schweren Schaden zu. Es ist ihre Pflicht, sich ihrer Verantwortung zu stellen.

Die deutschen Kapuziner haben sich allen von der Deutschen Bischofskonferenz und von der Deutschen Ordensoberenkonferenz  verabschiedeten Leitlinien verpflichtet und neutrale Ansprechpartner für etwaige Fälle ernannt.
Auch ermutigt die Provinzleitung Opfer von Übergriffen und Missbrauch durch Ordensmitglieder, sich zu melden, damit der Orden transparent und juristisch entschieden mit entsprechenden Vorwürfen umgehen und damit möglichen Opfern geholfen werden kann. Präventionsmaßnahmen und die Vorgehensweise bei Missbrauchsvorwürfen sind im Missbrauchsstatut der Deutschen Kapuzinerprovinz geregelt.

Die Prävention von Gewalt und Missbrauch ist integraler Bestandteil der kirchlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie erwachsenen Schutzbefohlenen.
Die Deutsche Kapuzinerprovinz hat für ihren Rechtsbereich die Rahmenordnung "Prävention gegen sexualisierte Gewalt an Minderjährigen und erwachsenen Schutzbefohlenen im Bereich der Deutschen Ordensobernkonferenz" übernommen. Darüber hinaus hat Dipl.-Psychologin Barbara Menzel ein Präventionskonzept erarbeitet mit dem Titel „Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit“.
Das Gesamtprojekt „Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit“ knüpft direkt an das Missbrauchsstatut an, setzt es um. In Art. 18 heißt es: "Das hier vorliegende Statut will eine „Kultur der Achtsamkeit fördern“ in der alle Mittel zur Prophylaxe von sexuellem Missbrauch entschieden und kompetent eingesetzt werden." Die Sorge um das Wohl schutzbefohlener Menschen geht über die Bewahrung vor sexuellem Missbrauch hinaus.