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Missbrauchsstatut
Im Zuge der Missbrauchsthematik entwirft die Deutsche Kapuzinerprovinz auf der Grundlage der geltenden Leitlinien und der Präventionsordnung der DOK (Deutsche Ordensoberenkonferenz) ein eigenes Missbrauchsstatut erarbeitet, das die Regelungen für den Jurisdiktionsbereich der Deutschen Kapuzinerprovinz festlegt. Das Statut wird fortgeschrieben. Die Kapuziner sind dankbar für Hinweise und Anregungen zur Erstellung des Statuts, gerade auch vonseiten Betroffener.
Das Missbrauchsstatut zum Download.

Präventionskonzept
Als Grundlage ihrer Präventionsarbeit hat die Deutsche Kapuzinerprovinz das Konzept "Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit" übernommen. Es knüpft direkt an das Missbrauchsstatut an und setzt es um. Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit.

Eigenes Präventionskonzept der Kapuziner – warum?
Die Kapuziner bleiben nicht auf halbem Weg stehen!

Wehret den Anfängen – mit dem Gesamtpräventionskonzept Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit  machen die Kapuziner den Schritt von der Reaktion zur Aktion, den Schritt zur aktiven Primärprävention.  Prae Venire heißt zuvorkommen, Handeln bevor etwas passiert.
Mit dem Gesamt-Präventionsprojekt knüpfen die Kapuziner direkt an das Missbrauchsstatut an und setzen Art. 18  um, in dem es heißt: „Das hier vorliegende Statut will eine Kultur der Achtsamkeit fördern…“. Die Kapuziner gehen den eingeschlagenen Weg weiter.

Mit dem Gesamtpräventionsprojekt Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit haben die Kapuziner ein schlüssiges Gesamtkonzept. Schlüssig deshalb, weil es an den Strukturen ansetzt und damit primärpräventiv ausgerichtet ist. Durch den präventiven Blick auf Strukturen soll es potentiellen Täter/innen – bestenfalls – unmöglich gemacht werden, Strukturen zu nutzen oder sich  Machtstrukturen zu schaffen, Vertrauen und Zuneigung zu erschleichen und so die Grundlage für den Missbrauch dieses Vertrauens zu schaffen.

Missbrauch geschieht in alltäglichen Abläufen, da, wo man ihn nicht erwartet und vermutet. Die Genese von Missbrauchssituationen ist vielfältig und teilweise außerordentlich schwierig. Täter sind vielgesichtig und oft beliebt und geachtet. Täterstrategien werden in Schulungen beschrieben, sind aber in ihrer Vielfältigkeit und Subtilität nicht abschließend zu fassen, zumal Täter die Schulungen auch kennen und strategisch nutzen. Der strukturale Ansatz ist also fundamental. Soll Primärprävention greifen, müssen gefährdende Strukturen identifiziert und schützende Strukturen geschaffen werden.
Das geht nur auf der Basis einer Kultur der Achtsamkeit, an der wir Kapuziner gemeinsam beständig arbeiten müssen.'

Achtsamkeit heißt: Wir achten und beachten einander. Wir nehmen einander und uns selbst aufmerksam wahr und tauschen uns offen über das, was wir wahrnehmen aus. Eine Kultur der Achtsamkeit, in der dieser Austausch keine selten geübte Ausnahme, sondern Alltagskultur ist, ist die Grundlage für Primärprävention.

Achtsamkeit heißt: Wir passen auf, lassen Dinge, die uns befremdlich vorkommen nicht einfach geschehen, weil es bequemer ist, oder hören und sehen gar weg.
Achtsamkeit heißt: Respekt, Achtung und Wertschätzung der eigenen Würde, der Würde des Anderen, insbesondere der Würde von Schutzbefohlenen.

Letztlich entscheidend ist unsere Haltung! Ziel einer Kultur der Achtsamkeit ist eine präventive Haltung aller Kapuzinerbrüder.  Das ist geht weit hinaus über theoretische Kenntnisse von Missbrauch und Prävention. Schulungen können nur der Anfang sein.

Eine umfassende Kultur der Achtsamkeit weitet die Sicht über den Fokus auf die  Missbrauchsthematik hinaus. Sie ist programmatisch für die Ausrichtung der Deutschen Kapuziner. Wir gehen damit den eingeschlagenen Weg weiter und setzen Zeichen. Eine solche Präventionskultur fordert alle Kapuzinerbrüder und kann nur gemeinsam gelingen.

Das Gesamtpräventionskonzept Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit bildet die Grundlage aller Präventionsarbeit der Deutschen Kapuzinerprovinz. Die Umsetzung des Konzeptes ist für uns eine Investition in die Zukunft.
Quelle: Dipl.-Psych. Barbara Menzel

Deutsche Kapuzinerprovinz zieht Zwischenbilanz

Im Januar 2010 begann die Debatte über das Thema „sexueller Missbrauch in der katholischen Kirche“. Das Bekanntwerden der Fälle am Berliner Canisius-Kolleg brachte eine Lawine ins Rollen. Auch die Kapuziner in Deutschland wurden mit einer Reihe von Hinweisen und Anschuldigungen konfrontiert, die sich auf einen Zeitraum von über 50 Jahren beziehen.
Die Aufarbeitung leitete die Kanzlei Westphal-Spilker-Wastl: Gutachten

Grundlegende Dokumente und Links:
Deutsche Kapuzinerprovinz: Missbrauchsstatut
Deutsche Kapuzinerprovinz: Präventionskonzept: „Gemeinsam für eine Kultur der Achtsamkeit“
Deutsche Ordensoberenkonferenz: Leitlinien der DOK
Deutsche Ordensoberenkonferenz: Präventionsordnung der DOK
Deutsche Bischofskonferenz: www.prävention-kirche.de
Kanzlei Westphal-Spilker-Wastl: Gutachten der Kanzlei Westpfahl-Spilker-Wastl