Geschichte des Klosters Rosenheim

Mit Erlaubnis Herzog Maximilians I. initiierte der Rosenheimer Bürger Martin Papin, dass in Rosenheim ein Kapuzinerkloster errichtet wird. Am 4. Mai 1606 kamen dreizehn Patres, die den Grundstein legten. Der Stifter Papin erlebte die Fertigstellung der Gründung nicht mehr. Am 14. Oktober 1607 erhielt die Kirche die Weihe durch den Weihbischof Bartholomäus Scholl von Freising. Die neue Klosterniederlassung zählte 27 Zellen, vier Gastzimmer und eine Armenstube. Anfangs war dort auch das Noviziat für die Bayerische Provinz angesiedelt, zugleich waren acht Theologiestudenten dort untergebracht.

Gefragt waren die Kapuziner als Beichtväter, als Prediger und Krankenkuraten. Unvergessen blieb ihr Einsatz während der Pest von 1634, 1686 und 1704.
Am 13. August 1749 brannte der bescheidene Klosterbau in Rosenheim nieder. Mithilfe der Bevölkerung konnte das Kloster jedoch wieder errichtet werden.

1802 begann vonseiten des Staates die Aufhebung der meisten Klöster. Den Priestern wurde angeboten, den Orden zu verlassen, die Laienbrüder wurden zum „Absterben“ an Abteien verwiesen. Die große Zahl der Übriggebliebenen wurde in Zentralklöster abkommandiert. Die Ordensbrüder wurden als „entbehrlich“ eingestuft. Von München kamen Kapuziner nach Rosenheim. Im Sommer 1803 lebten 43 Personen im bescheidenen Bau. Kurzfristig wurde der Befehl gegeben, dass alle zum 1. November 1803 in Altötting sein müssten. Die geringe Hinterlassenschaft wurde versteigert. Das Kloster und die Kirche wurden als Salinengebäude verwendet. Die Totengebeine wurden bei der Sebastianikapelle beigesetzt.

Am 21. Juli 1852 bat der Rosenheimer Pfarrer Rubenbauer den Kapuzinerprovinzial, in der Stadt wieder eine Niederlassung zu gründen. Am 9. Oktober 1854 begann der Bau des Klosters bei der Sebastianikapelle. Im Oktober 1856 konnten die Ordensmitglieder in das neue Kloster einziehen.
Im Jahr 1888 kam es zur Erweiterung der kleinen Sebastianikapelle. Drei Jahre später, 1891, kam Erzbischof von Thoma, um das Heiligtum zu konsekrieren. Für lange Zeit diente die Kapuzinerkirche zum Gottesdienst für die zahlreichen Schulen der Stadt.
1986 kamen Klarissen-Kapuzinerinnen aus Südafrika nach Rosenheim. Zu diesem Zweck musste das Kloster umgebaut werden. Die Kirche wurde zu einer Anbetungskirche umgestaltet.
Für ein kleines Kapuzinerkloster wurde der Osttrakt des Gebäudes eingerichtet. Die Klosterkirche wurde 1997 grundlegend saniert.
Zum Ende 2016 bzw. Anfang 2017 wurde das Konvent in Rosenheim geschlossen.

Hier die ausführliche Beschreibung der Historie des Klosters in Rosenheim von P. Karl Kleiner.

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