Kapuziner und die Wallfahrt in Altötting

Altötting ist einer der größten Wallfahrtsorte im deutschsprachigen Raum. Seit 1489 wallfahren Menschen nach Altötting zur Gnadenkapelle der wundertätigen Madonna. In Altötting lebte und wirkte auch ein besonderer Kapuziner: Konrad von Parzham, der im Jahr 1934 heilig gesprochen wurde.

Die Basilika St. Anna ist besonders geeignet für die großen Wallfahrergruppen. Die Wallfahrten beginnen mit der Bauernwallfahrt im Frühjahr oder dem Hauptfest der Marianischen Männerkongregation und gehen bis zu den Adventspilgerzügen.

So gehört die Wallfahrtsseelsorge zu einer der wichtigen Tätigkeiten der Kapuziner vor Ort. Die deutschen Kapuziner haben in Altötting drei bekannte Standorte: das Kloster St. Konrad, die Basilika St. Anna und St. Magdalena

St. Konrad

Im Kloster St. Konrad lebte einst der Kapuzinerbruder Konrad von Parzham, der 1934 heiliggesprochen wurde. Wer Bruder Konrad war, erfahren Sie hier.

Hauptaufgabe des Klosters St. Konrad ist die Berufungspastoral. Gelebte Seelsorge bieten die Brüder mit Einzelbegleitung, durch das Mitleben im Kloster, Zelten im Klostergarten, Kar- und Ostertage mitfeiern und das Seminar „Raus aus dem Alten – rein ins Neue“. Jugendliche, Ordensinteressenten sowie Frauen und Männer bis 40 Jahren haben die Möglichkeit, Ihren Glauben zu vertiefen, uns Kapuziner näher kennenzulernen oder sich in ihrer Suche nach dem richtigen Lebensweg ein Stück des Weges begleiten zu lassen.

Weitere Informationen zu Kirche und Kloster bietet der Kirchenführer, den Sie hier herunterladen können.

Basilika St. Anna

Die Basilika St. Anna ist eine der bekanntesten Marienwallfahrtsorte Bayerns, in dem schon die Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. zu Gast waren. Sie ist außerdem eine der größten Kirchen, die im 20. Jahrhundert in Deutschland gebaut wurden. Das Bauwerk ist trotz seines "barocken" Aussehens nur etwas über 100 Jahre alt: Die Basilika wurde am 13. Oktober 1912 feierlich eingeweiht.

Vor zehn Jahren stand eine eineinhalb Jahre andauernde Generalsanierung der Basilika St. Anna in Altötting an. Nach ihrer Neueröffnung an Palmsonntag im April 2014 ist der Altar am 12. Oktober desselben Jahres feierlich von Bischof Stefan Oster geweiht worden. Details zur Kirche, zum Bau und zur Renovierung erfahren Sie hier.

St. Magdalena

Im Kloster St. Magdalena ist der Tagesrhythmus bestimmt durch gemeinsames Gebet, brüderliches Miteinander und die vielschichtigen Aufgabenbereiche, in denen die Brüder tätig sind. Geprägt sind Leben und Wirken ganz stark von den Aufgaben rund um die Marienwallfahrt zu „Unsere Liebe Frau“ von Altötting.

Drei Ordensgemeinschaften – Jesuiten, Malteser, Redemptoristen – lebten in St. Magdalena, bis die Kapuziner das Kloster 1874 übernahmen. 1593 wurde mit dem Bau des Klosters und einer kleinen Hauskirche von den Jesuiten begonnen. 100 Jahre später wurde eine neue Kirche gebaut, die bis heute besteht. 1781 übernahm der Malteser-Ritterorden das Kloster St. Magdalena und richtete eine Kommende ein. Im Zuge der Säkularisierung der Malteserkommende 1808 zieht das königlich-bayrische Forstamt in das Kloster ein. Am 16. April 1841 ziehen die Redemptoristen mit 15 Patres und vier Brüdern in das Kloster St. Magdalena. Im Rahmen der Kulturkampf-Gesetze wurden 1873 die Jesuiten und die ihnen „verwandten“ Orden, also auch die Redemptoristen, in Deutschland verboten. Deshalb verlassen sie Altötting zum 1. November. Am 4. Oktober 1874 übernehmen die Kapuziner am Hochfest ihres Ordensgründers die Wallfahrtsseelsorge in Altötting und das Kloster St. Magdalena.

Zum 1. September 2021 werden die Kapuziner St. Magdalena an das Bistum Passau zurückgeben und sich in Altötting auf das Konradkloster konzentrieren.

Gnadenkapelle

Seit Sonntag, 16. August 2020, finden in der Gnadenkapelle wieder öffentliche Gottesdienste statt, allerdings mit den derzeit üblichen Einschränkungen wie Abstandsregelung und begrenzter Teilnehmerzahl.
Die Gnadenkapelle ist am Nachmittag wieder für einen kurzen Besuch bei Unserer Lieben Frau von Altötting für Einzelwallfahrer/-innen von 12 - 17 Uhr (Fr von 14 - 17 Uhr) geöffnet.
Aufgrund der baulichen Enge ist es leider erforderlich, den Zutritt auf wenige Personen zu beschränken. Damit auch bei einem großen Andrang alle zur Gnadenmutter kommen können, ist die Verweildauer auf wenige Minuten beschränkt. Es werden Ordner vor Ort für einen reibungslosen Ablauf sorgen.