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Franziskanische Freude

FOTO: Kapuziner/KIÊN HÓNG LÉ

Fran­zis­ka­ni­sche Freu­de ent­deckt im Hier und Jetzt die Zei­chen des mensch­ge­wor­de­nen Gottes.

11. März 2021

Franziskanische Freude

Freu­de ist mehr als „Just for fun“. Doch was bedeu­tet Freu­de aus fran­zis­ka­ni­scher Sicht? Die Bibel ist voll von Zita­ten über die Freu­de – und auch der Hei­li­ge Fran­zis­kus hat sich expli­zit geäu­ßert. Ein Bei­trag von Chris­to­pho­rus Goe­der­eis, Pro­vin­zi­al der Deut­schen Kapuzinerprovinz.

„Ich freue mich auf die Zeit, in der Coro­na wie­der ein Bier ist, Donald eine Ente und Mas­ken nur noch zu Kar­ne­val getra­gen wer­den.“ Die­sen Satz hör­te ich neu­lich aus dem Mund eines Kaba­ret­tis­ten. Ich muss­te schmun­zeln, frag­te mich aber zugleich, was es denn auf sich hat mit der mensch­li­chen Freu­de – denn Freu­de ist ja bekannt­lich mehr als Spaß. Freu­de geht tie­fer als das ober­fläch­li­che „Just for fun“.

Im Lexi­kon für christ­li­che Spi­ri­tua­li­tät heißt es: „Freu­de ist ein har­mo­ni­sches Zusam­men­spiel aller mensch­li­chen Berei­che und ein gelös­ter Aus­druck des Lebens über­haupt. Freu­de ist gött­li­chen Ursprungs.“ Kein Wun­der, dass die Bibel voll von Zita­ten über die Freu­de ist. An mehr als 300 Stel­len ist von ihr die Rede, schließ­lich wird die­ses Buch die „Fro­he Bot­schaft“ genannt. Wor­in aber besteht die Freu­de des Chris­ten­men­schen? Sie besteht in der Bot­schaft des Engels: „Seht, ich ver­kün­de euch eine gro­ße Freu­de, die dem gan­zen Volk zuteil­wer­den soll.“ Es ist die Freu­de über die Mensch­wer­dung Got­tes, die alles ver­än­dert und relativiert.

An kei­nem kön­nen wir das so gut able­sen wie an Franz von Assi­si. In sei­ner Jugend­zeit such­te er die Freu­de dort, wo die meis­ten sie auch heu­te noch suchen: auf Par­tys, im Geld­aus­ge­ben und in der Aner­ken­nung durch ande­re. Die Begeg­nung mit einem Aus­sät­zi­gen soll­te bei Fran­ces­co Ber­na­do­ne (so sein welt­li­cher Name) alles auf den Kopf stel­len. Er sel­ber schreibt dar­über: Durch die Aus­sät­zi­gen „wur­de mir das, was mir bit­ter vor­kam, in Süßig­keit der See­le und des Lei­bes ver­wan­delt.“ (Tes­ta­ment des hl. Franziskus)

Der Hei­li­ge aus Assi­si war ein Bot­schaf­ter der Freu­de und des Frie­dens. In sei­nem berühm­ten Son­nen­ge­sang hin­ter­ließ er der Mensch­heit das Lob­lied auf die Schöp­fung, das Papst Fran­zis­kus zu sei­ner Enzy­kli­ka „Lau­da­to si‘“ inspi­riert hat. Zur Zeit der Kreuz­zü­ge führ­te er den Dia­log mit dem mus­li­mi­schen Sul­tan Malik al Kamil. In vie­len ita­lie­ni­schen Städ­ten wirk­ten er und sei­ne Ordens­brü­der als Frie­dens­stif­ter, die alle Men­schen mit dem berühm­ten „Pace e bene“ (Frie­de und Heil) grüßten.

Was Päps­te und Kai­ser nicht begrif­fen, Fran­zis­kus glaub­te dar­an: Zum Frie­den gelangt man nicht durch Krieg, und zur Freu­de nicht durch Reich­tum und Macht. Im Gegen­teil: „Wo Armut ist mit Fröh­lich­keit, da ist nicht Hab­sucht noch Geiz“, schreibt Fran­ces­co in sei­nen geist­li­chen Ermahnungen.

Prä­gnant ist auch die Geschich­te „Von der voll­kom­me­nen Freu­de“, die er sei­nem Gefähr­ten Leo dik­tiert. Die voll­kom­me­ne Freu­de, liegt nicht dar­in, dass „ein Bru­der die Spra­chen der Völ­ker und alle Wis­sen­schaf­ten beherr­sche, auch nicht dar­in, dass einer so herr­lich pre­dig­te, dass er alle Ungläu­bi­gen zum Glau­ben bekehr­te“ – nein, die voll­kom­me­ne Freu­de liegt dar­in, auch die Wid­rig­kei­ten des Lebens in Gelas­sen­heit, Demut und Freu­de zu ertragen.

Fran­zis­ka­ni­sche Freu­de war­tet nicht dar­auf, dass Coro­na wie­der ein Bier ist und wir nur noch zu Kar­ne­val Mas­ken tra­gen müs­sen (die Sache mit Donald hat sich ja ohne­hin erle­digt). Fran­zis­ka­ni­sche Freu­de ent­deckt im Hier und Jetzt die Zei­chen des mensch­ge­wor­de­nen Gottes.

Chris­to­pho­rus Goe­der­eis, Pro­vin­zi­al der Deut­schen Kapuzinerprovinz

Die­ser Bei­trag ist zuerst in der Münch­ner Kir­chen­zei­tung erschienen

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