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FOTO: KAPU­ZI­NER

War­um Kapu­zi­ner? Mit Bru­der Stephan. 

Bruder Joachim Wrede

Wie hast Du Dei­ne Beru­fung gefunden?
Grund­sätz­lich kann ich sagen, dass ich mich schon als Kind in Kir­che und mit Reli­gi­on wohl­ge­fühlt habe. Beson­ders das Lebens­ide­al des Hl. Franz von Assi­si fas­zi­nier­te mich. Ob ich mei­nen Glau­ben leben soll­te als Leh­rer mit dem Fach Reli­gi­on oder als Ordens­mann? Das stand für mich zeit­wei­se zur Fra­ge. Ein Semi­nar im Stu­di­um für Lehr­amt gab mir eine kla­re Ant­wort: Reli­gi­ons­un­ter­richt als nüch­ter­ne Ver­mitt­lung von theo­lo­gi­schem Fach­wis­sen – nein, das woll­te ich nicht. Religion/Glaube wird durch Lebens­zeug­nis wei­ter­ge­ge­ben. Eigen­ar­ti­ge Ver­knüp­fun­gen erga­ben sich – nein, das war kein Zufall! In einem Infor­ma­ti­ons­wo­chen­en­de mit Ordens­leu­ten fiel die Ent­schei­dung, aus dem nahen Stu­den­ten­wohn­heim ins Novi­zi­at der Kapu­zi­ner zu wechseln.

War­um Kapuziner? 
Fran­zis­kus akzep­tiert sei­ne Brü­der in ihren jewei­li­gen spi­ri­tu­el­len Bedürf­nis­sen und Cha­ris­men. Er grün­det sei­ne Gemein­schaft nicht für bestimm­te Auf­ga­ben. Auf die Lebens­form nach dem Evan­ge­li­um kommt es ihm an. „Der Herr hat mir Brü­der gege­ben.“ Es ent­steht ein Lebens­raum für Kon­tem­pla­ti­on und Akti­on, tie­fe Inner­lich­keit und Zuge­wandt­heit zum Mit­men­schen, Mit­füh­len mit der Schöp­fung. Sein ein­fa­cher, pro­phe­ti­scher Lebens­stil soll „Luft zum Atmen“ schen­ken und wach hal­ten für die „Zei­chen der Zeit“, um kon­kre­te Ant­wor­ten auf die jewei­li­gen Her­aus­for­de­run­gen zu geben. Gera­de die­ser krea­ti­ve, nicht ver­zweck­te Raum ist ein gro­ßes Plus unse­res fran­zis­ka­nisch-kapu­zi­ni­schen Ordens­le­bens – wert­voll in einer Zeit, die den ein­zel­nen gern ver­zweckt im eige­nen Sys­tem von Effek­ti­vi­tät und Leistung.

Franz von Assisi?
Franz von Assi­si ist nach 800 Jah­ren aktu­ell wie eh und je. Er bezau­bert durch sei­ne Zuge­wandt­heit zu den Men­schen. Die­se Hal­tung speist sich aus sei­ner tie­fen Lie­be zu Stil­le und inne­rem Gebet. So ver­fasst er eine eige­ne Regel für Ein­sie­de­lei­en. Die ers­ten Kapu­zi­ner grei­fen dar­auf zurück, wenn sie ihren Reform­zweig „Min­der­brü­der vom ere­mi­ti­schen Leben“ nennen.

Was machst Du im Orden?
Ich bin dank­bar dafür, dass wir uns als Orden in den letz­ten Jahr­zehn­ten auf­ge­macht haben zu einer Neu­be­sin­nung auf unse­re Ursprün­ge. So durf­te ich unter ande­rem 14 Jah­re als Mis­sio­nar in einer india­ni­schen Regi­on in Mexi­ko leben und arbei­ten – also eher pas­to­ral aktiv – und nun als Ere­mit in einem abge­le­ge­nen Ort im Sauer­land – eher kon­tem­pla­tiv. Wesent­li­che Anstö­ße bekam ich durch die india­ni­sche Spi­ri­tua­li­tät, die wie­der­ent­deck­te Mys­tik, Medi­ta­ti­ons­wei­sen aus den Welt­re­li­gio­nen. Ich medi­tie­re zwei­mal am Tag jeweils zwei Stun­den. Den Weg in reli­giö­se Innen­er­fah­rung gebe ich in drei Sitz­grup­pen wei­ter. Gern lade ich ein zum Mit­le­ben und Mit­me­di­tie­ren hier in die Ein­sie­de­lei. Das Haus ist geräu­mig und hat zwei Gast­zim­mer mit Bad. Mor­gens ist Mit­ar­beit ange­sagt (Essen zube­rei­ten, Haus­putz, klei­ner Garten).

Was möch­test Du ver­än­dern in der Welt, in der Du lebst?
Unse­re west­li­che Gesell­schaft ist einen Weg gegan­gen, der Zer­stö­rung über den Pla­ne­ten bringt. Wir brau­chen eine Kehrt­wen­de, weg von einem kon­sum­ori­en­tier­ten Lebens­stil, von mate­ri­el­ler Fixie­rung, hin zu geis­ti­gen Wer­ten, zu einem soli­da­ri­schen Lebens­stil mit allen Men­schen und der Natur, von der wir ein Teil sind. Einem Außen­ste­hen­den mag es wider­sin­nig erschei­nen: Kon­tem­pla­ti­on ist für mich der Weg zur Erneue­rung der Welt, der Kir­che, des Ordens! Nicht mora­li­sche Appel­le wer­den Ver­än­de­run­gen errei­chen, son­dern die per­sön­li­che Erfah­rung, dass wir gebor­gen sind in einem gro­ßen Geheim­nis, das uns trägt, liebt und erhält. Eine Theo­lo­gie­pro­fes­so­rin, Exper­tin für Mys­tik, sieht in der Kon­tem­pla­ti­on die Wei­ter­füh­rung und Voll­endung der Befrei­ungs­theo­lo­gie und ihrer Pra­xis. Der Weg geht über einen ganz­heit­li­chen Ände­rungs­pro­zess. Papst Fran­zis­kus hat ver­lo­ren­ge­gan­ge­ne Per­spek­ti­ven wie­der­eröff­net in den Enzy­kli­ken Lau­da­to Si und Fratel­li Tutti!

pod­kap – der Klosterpodcast
pod­kap ist der Pod­cast aus dem Kapu­zi­ner­klos­ter. Ver­schie­de­ne For­ma­ten gewäh­ren Ein­blick in das Leben der Brü­der im Klos­ter und ihre Sicht auf die Welt. Jeden Sonn­tag: AURUM – Der Impuls zum Evangelium.

Im Klos­ter in Stühlingen
leben Kapu­zi­ner und Fran­zis­ka­ne­rin­nen in einer Gemein­schaft zusam­men. Sie laden Gäs­te ein, ihr ein­fa­ches, fran­zis­ka­ni­sches Leben mit ihnen zu teilen.

Kontakt

Ansprech­part­ner

Ansprech­part­ner für alle Fra­gen rund ums Kapu­zi­ner­wer­den ist Bru­der Ste­fan Wal­ser. Er ver­mit­telt auch Kon­tak­te zu Mit­brü­dern oder zum Mit­le­ben in einem unse­rer Klöster.

BR. STE­FAN WALSER 
Kapu­zi­ner­stra­ße 27/29, 48149 Müns­ter, Tel.: 0251. 9276–0

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