Interview

FOTO: KAPU­ZI­NER

BR. Christian Albert

ist 34 Jah­re alt, Bank­kauf­mann, Koch und Kapu­zi­ner und lebt seit einem hal­ben Jahr in Albanien.

27. Janu­ar 2021

„Gott hat mich dann immer wieder gepackt“

Chris­ti­an Albert lebt als Kapu­zi­ner in Alba­ni­en: Was den jun­gen Ordens­mann bewegt hat, in die Mis­si­on zu gehen und wie er aus einer Sehn­sucht her­aus sei­ne Beru­fung gefun­den hat, erzählt er im Interview.

Bru­der Chris­ti­an, war­um bist Du Kapu­zi­ner geworden?

Ich habe nach der Schu­le mit einer Bank­aus­bil­dung begon­nen, an deren Ende die Fra­ge stand, ob das wirk­lich mein Weg ist. Anschlie­ßend habe ich mich auf die Suche gemacht und bin in die­sem Zuge in Kon­takt mit Ordens­leu­ten, kon­kret mit den Domi­ni­ka­nern, gekom­men. Das hat etwas in mir aus­ge­löst. In Fol­ge bin ich auf die Kapu­zi­ner gesto­ßen, war eine Woche im Klos­ter und so lang­sam wuchs der anfangs fast abwe­gi­ge Gedan­ke in mir, in den Orden einzutreten.

Irgend­wann ertappt man sich bei dem Gedan­ken, Teil einer sol­chen Gemein­schaft zu werden.

Ja, genau. Das war ein beson­de­rer Moment. Inner­lich habe ich mir immer gesagt: Für mich ist das nichts. Ich woll­te das erst­mal gar nicht wahr­ha­ben, dass das mein Weg sein könnte.

Wor­aus ist die Suche nach dem rich­ti­gen Weg entstanden?

Aus einer Sehn­sucht her­aus. Ich habe gemerkt, da ist mehr als der beruf­li­che All­tag. Irgend­et­was brann­te in mir, von dem ich gar nicht wuss­te, was das eigent­lich ist. In der Brü­der­ge­mein­schaft habe ich mein Zuhau­se gefunden.

Hast Du Dei­ne Ent­schei­dung schon mal angezweifelt?

Ja, mehr­fach. Ich war auch schon kurz davor, alles hin­zu­schmei­ßen. Aber Gott hat mich dann immer wie­der gepackt. Mit der Ent­schei­dung für den Orden ist viel ver­bun­den. Etwa, dass ich nie eine eige­ne Fami­lie wer­de grün­den können.

Wie ent­stand die Idee, in die Mis­si­on zu gehen?

Frü­her hät­te ich mir nie vor­stel­len kön­nen, für län­ge­re Zeit ins Aus­land zu gehen. Nun sieht die Aus­bil­dung im Orden aber einen Aus­lands­auf­ent­halt vor. Bei mir war das Peru, 2015 bis 2016. Die­se Erfah­rung hat mei­nen Hori­zont gewei­tet. Nach­dem ich wie­der daheim war, dräng­te sich mir nach ein paar Mona­ten die Fra­ge auf, ob das nicht auch etwas für län­ge­re Zeit für mich wäre.

Jetzt bist Du in Alba­ni­en in der Mission.

Sprach­lich und auch von der Men­ta­li­tät wäre sicher ein Land in Süd­ame­ri­ka pas­sen­der gewe­sen, weil ich in Peru ja schon Erfah­run­gen gesam­melt hat­te. Aber ich kann­te Alba­ni­en und mei­nen Mit­bru­der Andre­as Wal­ter­mann, der bis dahin hier in Fus­hë-Arrëz allei­ne als Kapu­zi­ner war, von einem Kurz­auf­ent­halt und dach­te mir: Hier kannst Du etwas bewir­ken, hier wird jemand gebraucht.

Euro­pa und Mis­si­on? Vie­le den­ken, dass das nicht zusammenpasst.

Hier herrscht ech­te Armut, gera­de hier im Nor­den. Alba­ni­en ist das Armen­haus Euro­pas. Das Land war durch den Kom­mu­nis­mus bis zur Wen­de abge­schot­tet, die Kir­che war völ­lig zer­stört. Die Kapu­zi­ner hel­fen nun, die Kir­che wiederaufzubauen.

Was ist Dein ers­tes Ziel im Land?

Erst­mal möch­te ich die Spra­che ler­nen und Kul­tur und Men­schen bes­ser ver­ste­hen. Das ist ele­men­tar wich­tig, um wirk­lich vor Ort anzukommen.

Wie sind Dei­ne Eindrücke?

Die Alba­ner sind jetzt ganz anders, als ich es etwa in Peru erlebt habe (lacht). Aber ich mer­ke auch hier: Schon das „Da-Sein“ zeigt Wert­schät­zung. Vie­le Alba­ner freu­en sich dar­über, dass jemand aus dem fer­nen Deutsch­land hier vor Ort ist und sich für ihr Leben interessiert.

Was ver­stehst Du unter dem Begriff „Mis­si­on“, der ja durch­aus umstrit­ten ist?

Auch ich hat­te mei­ne Pro­ble­me mit die­sem Ter­mi­nus. In Peru habe ich jedoch erlebt, dass die Brü­der damit ganz anders umge­hen: Mis­si­on ist dort eine unkom­pli­zier­te und fröh­li­che Sache. So habe ich eine ande­re, posi­ti­ve Sicht­wei­se auf die­sen Begriff ken­nen­ge­lernt. Für mich per­sön­lich bedeu­tet Mis­si­on, vom Glau­ben, von Gott und von Jesus Chris­tus zu erzäh­len. Ver­bun­den ist die Mis­si­on mit sozia­len Aspek­ten. Auch das ist mir per­sön­lich sehr wichtig.

Das Inter­view führ­te Tobi­as Rauser

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